Warum ich keine Diät-Beraterin bin

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Dieser Blogbeitrag richtet sich vor allem an jene, die frustriert sind von ihrem jahrelangen Kampf und ihren Unsicherheiten bezüglich ihrem Gewicht, ihrer Ernährung und ihrem Körpergefühl.

 

Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass bis zu 95 % aller Diäten nicht zu einer langfristigen Gewichtsreduktion führen. Noch bedenklicher: In vielen Fällen steigt das Körpergewicht durch Diäten sogar an. Viele wissen das bzw. erfahren es am eigenen Leib. Und doch keimt immer wieder neu die Hoffnung auf, diesmal endlich die richtige Diät gefunden zu haben – und schon geht’s los in die nächste Runde…

 

Es erscheint auch allzu verlockend: in dem ganzen Dschungel von Ernährungstipps und immer wieder neuen Studien zu allen möglichen Gesundheitsfragen kommt endlich jemand, und sagt mir, was für mich das Richtige ist. Dafür ist man dann auch bereit auf richtig Viel zu verzichten, sehr strikte Regeln zu befolgen und seine eigenen (oft auch positiven) Gewohnheiten  völlig über Bord zu werfen. Wir machen uns eng und beschränken und in einem Ausmass, welches wir niemals tolerieren würden, wenn wir es nicht vermeintlich freiwillig täten. Warum fällt uns das dann so leicht? Ganz einfach: bewusst oder unbewusst haben wir das Gefühl, dass es ja „nicht für ewig“ so ist. „Nur bis ich mein Ziel erreicht habe, dann kann ich langsam wieder normal essen“.  

 

Ich werde oft im kurzen Vorgespräch am Telefon oder in der Praxis gefragt, ob ich Ernährungspläne aufstelle oder mit welchem Konzept ich arbeite. Wenn ich dann erkläre, dass ich keine Pläne aufstelle und dass das Konzept der Kunde selber ist, spüre ich oft eine Art Irritation des Fragenden. In der Aussage ist eine gewisse Provokation nicht ganz ungewollt, weil ich den Fragenden natürlich auf etwas hinweisen will. Ich erkläre dann, dass meine Beratung auf zwei grundlegenden Pfeilern aufgebaut ist: Einerseits geht es darum eine gute Basis an Wissen über gesunde Ernährung zu schaffen. Was brauche ich eigentlich alles, und was vielleicht weniger. Auf der anderen Seite sitzt da ein Mensch vor mir, der in der Regel schon etliche Versuche unternommen hat zu seinem Wunschgewicht zu kommen, und es irgendwie einfach nicht schafft bzw. nicht weiss, wo er ansetzen soll. Ein Mensch, der seine Ernährung in seinen ganz eigenen Lebensumständen unterbringen muss und damit manchmal einfach überfordert ist. Was bringt es da, wenn ich als Beraterin auf den gleichen Zug aufspringe und wieder neue Regeln und Glaubenssätze kreiere, die dann noch mehr Stress und noch weniger eigenes Körpergefühl für die eigenen Bedürfnisse schafft?

 

Fall du dieses Dilemma kennst, dann stelle dir doch mal in den kommenden Tagen drei einfache Fragen, bevor du isst:

 

 

-          habe ich wirklich Hunger?

 

-          habe ich wirklich Hunger auf das, was ich gerade essen will?

 

-          kann ich das Essen so, wie ich es gerade zu mir nehme, auch wirklich geniessen?

 

 

Es geht nicht darum, dass du nur essen darfst, wenn du alle drei Fragen mit „ja“ beantworten kannst. es geht erst einmal nur darum mehr Bewusstsein in deine Essgewohnheiten zu bringen. Manchmal sucht man Trost im Essen und findet ihn dann auch kurzfristig. Manchmal war der Arbeitstag so lang und stressig, dass man sich einfach nur noch mit Essen entspannen will. Und manchmal isst man einfach um gegessen zu haben, nimmt sich aber nicht die nötige Zeit dafür. Ja, so ist das manchmal. Aber es sollte eben nicht die Regel sein und das Ziel ist es andere Kanäle zu finden, wie man seine Bedürfnisse wirklich befriedigen kann und sein Leben so gestaltet, dass wir zu einer genussvollen und zugleich gesunden Ernährungsform finden. Wie das geht? Das zeige ich dir gerne mit einfachen (und doch auch herausfordernden) Übungen - so, dass du deine Form der Ernährung finden kannst. Diese muss nicht perfekt sein, aber sie soll dich zu einem guten Körpergefühl und einer Lebensweise führen, die dir die Energie und Kraft spendet, die du brauchst.